Unser letztes Mannschaftsspiel in Schwarzenbach war an Dramatik kaum zu überbieten. Die Ausgangslage war spannend: Schwarzenbach war punktgleich mit unserer 3. Mannschaft und spielte parallel gegen den Tabellenführer. Jeder Punkt zählte also!
Schon vor Beginn gerieten wir jedoch unglücklich in Rückstand: Durch die Zeitumstellung und ein Missgeschick blieb unser Brett 8 unbesetzt, womit wir sofort mit 0:1 hinten lagen.
Doch dann kamen die ersten Erfolgsmeldungen: An Brett 7 absolvierte Paul sein Debüt in unserer 4. Mannschaft und zeigte ein beeindruckendes Endspiel. Mit kühlem Kopf setzte er sich durch und wird mit Sicherheit bald eine deutlich höhere DWZ erreichen. Ein weiterer vielversprechender Spieler für unsere oberen Mannschaften! Auch an Brett 6 gab es einen Sieg: Leo Seeberger profitierte von einem Fehler seines Gegners, der in ausgeglichener Stellung seine Dame einstellte und direkt aufgab. Damit drehten wir die Partie auf 2:1 für uns.
An Brett 2 musste sich André jedoch einer wahren Herausforderung stellen. Sein Gegner, Prof. Dr. Seidel, war mit einer DWZ von 2000 der höchstgelistete Spieler der A-Klasse. Trotz kreativer Brettkonstellation, bei der Seidels Leichtfiguren noch auf der Grundstellung verharrten, geriet André in eine erstickende Position und wurde mattgesetzt. Eine beeindruckende Leistung des Gegners, die man neidlos anerkennen muss.
Auch Andreas an Brett 4 spielte eine saubere Partie, doch am Ende hatte er keine Chance, die Niederlage abzuwenden. Damit stand es 2:3 und die letzten drei Partien liefen noch.
Norbert kämpfte hart in einer ausgeglichenen Stellung und achtete stets auf eine drohende Springergabel. Doch ein zu schneller Zug führte dennoch genau zu diesem Fehler. Mit einer Leichtfigur weniger war die Partie nicht mehr zu retten. Eine lehrreiche Erfahrung, die ihm in Zukunft sicher nicht noch einmal passieren wird.
Ingo an Brett 5 musste ebenfalls Lehrgeld zahlen. Er hatte mit der Katalanischen Eröffnung seinen Gegner unter Druck gesetzt und sich auf +3,8 Vorteil gespielt. Sein Gegner hatte nur noch knapp fünf Minuten auf der Uhr, während Ingo noch eine volle Stunde Zeit hatte. Statt die Stellung ruhig zu verwalten, entschied er sich für schnelle Züge, um den Gegner weiter unter Druck zu setzen. Dabei übersah er jedoch, dass einer seiner Türme doppelt angegriffen war. Dies kostete ihn nicht nur Material, sondern auch den Vorteil und schließlich die Partie.
Damit stand es 2:5 und nur noch Matthias an Brett 1 spielte. Er war aufgrund einer Umleitung mit 15 Minuten Verspätung gestartet, hielt sich jedoch gegen seinen um 500 DWZ stärkeren Gegner lange Zeit ausgeglichen. Doch unter zunehmendem Zeitdruck musste auch er sich schließlich geschlagen geben.
Am Ende stand eine 2:6-Niederlage zu Buche. Betrachtet man jedoch die gesamte Saison, zeigt sich, dass nicht erst am letzten Spieltag alles entschieden wurde. Besonders das Fehlen eines besetzten Brettes sowohl bei uns als auch in der 3. Mannschaft war ein entscheidender Faktor. Der Abstand zwischen Platz 2 und 3 betrug letztlich nur 0,5 Punkte.
Dennoch blicken wir positiv in die Zukunft. Die Erfahrungen dieser Saison werden uns stärker machen, und wir freuen uns bereits auf die nächste Spielzeit. Besonders spannend: Es wird eine vielversprechende Verstärkung für unser Team geben – wer das sein wird, bleibt vorerst ein Geheimnis!