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2. Schachbundesliga   Abstiegsgespenst nicht gänzlich verscheucht...
08.02.2019 von Klaus Steffan

Mit 4-6 Mannschaftspunkten und Tabellenplatz 4 standen dem TSV Bindlach-Aktionär am vergangenen Wochenende zwei richtungsweisende Spiele in der 2. Schach-Bundesliga bevor. Denn zwei Niederlagen hätten die Bindlacher tief in den Abstiegsstrudel ziehen können, zwei Siege hingegen hätten sie von einer Platzierung unter den TOP-3 träumen lassen. Seit einigen Jahren ist es Usus, dass in der Ost-Staffel der 2. Bundesliga zwei Mannschaftskämpfe an einem Wochenende stattfinden – der eine samstags um 14 Uhr, der andere sonntags um 10 Uhr. Ausgetragen wurden die Wettkämpfe im Vereinsheim des Erfurter Schachklubs.
Für den Samstag sah der Spielplan das Duell zwischen dem TSV Bindlach und dem Schachklub König Plauen vor. Die Plauener befanden sich in einer prekären Situation, da sie ihre bisherigen Mannschaftskämpfe verloren hatten. Somit war es nicht verwunderlich, dass die Vogtländer nahezu in Bestbesetzung antraten. Der Mannschaftskampf begann mit einem Kurzremis von Gavin Wall (Schwarz, Brett 4), bevor Mannschaftskapitän Jan Krensing (Weiß, Brett 5) nach knapp drei Stunden Spielzeit den ersten Sieg einfahren konnte. Felix Stips (W, 7) gab sein Comeback, nachdem er die vergangenen Monate im Ausland verbracht hatte. Er erzielte ein solides Unentschieden. Gleiches gilt für die Partien von Bindlachs Spitzenspieler Tadeas Kriebel (W, 1) und Pavel Cech (W, 3). Die beiden Bayreuther Lokalmatadoren, Imre Kukel (S, 6) und Jürgen Delitzsch (S, 8), blicken auf sehr unterschiedliche Verläufe zurück: Während Kukel von Beginn an in der Offensive war, musste sich Delitzsch größtenteils auf die Verteidigung beschränken. Schlussendlich wurde Delitzschs passive Spielanlage bestraft, er konnte den gegnerischen Königsangriff nicht parieren. Martin Petr, der an Brett 2 mit den schwarzen Spielsteinen agierte, musste in einem vermeintlich ausgeglichenen Endspiel seine ganze Klasse unter Beweis stellen. Mit seinem Sieg legte er den Grundstein, denn Kukel konnte sich nun mit einem Remis begnügen, um den wichtigen 4,5-3,5-Erfolg für den TSV Bindlach zu besiegeln.
Im zweiten Spiel des Wochenendes musste sich der TSV Bindlach-Aktionär am Sonntag dem gastgebenden Erfurter SK stellen. Mit drei Großmeistern und vier Internationalen Meistern machten die Erfurter deutlich, dass sie im Aufstiegskampf noch ein Wörtchen mitreden wollen. Noch vor Beendigung der Zeitkontrolle im 40. Zug wurde fünfmal die Friedenspfeife geraucht. Es liefen noch die Partien von Cech (S, 3) und Krensing (S, 5) und Delitzsch (W, 8). Da sich jedoch alle drei Bindlacher in der Defensive befanden, bestanden nur geringe Aussichten auf Zählbares. Zuerst musste Delitzsch seine Niederlage eingestehen, wohingegen es Krensing trotz des Rückstands von einem Bauern gelang, eine uneinnehmbare Festung zu errichten. Pavel Cech hatte derweil einen gegnerischen Bauern erobert. Doch sein Erfurter Kontrahent verteidigte die heikle Position umsichtig. Am Ende sollte Schachmeister Siegbert Tarrasch mit seinem 100 Jahre alten Zitat, dass alle Turmendspiele remis seien, Recht behalten. Damit konnten die Bindlacher das Abstiegsgespenst nicht gänzlich verscheuchen. Aus den verbleibenden zwei Mannschaftskämpfen dürfte jedoch ein Unentschieden genügen, um den Klassenerhalt zu sichern.
In den parallel ausgetragenen Spielen konnte ESV Nickelhütte Aue mit 4,5-3,5 gegen den Erfurter SK und mit 5,0-3,0 gegen den SK König Plauen gewinnen. Weil der TSV Bindlach den zweiten Februar-Spieltag in den Dezember vorgezogen hatte, steht jetzt eine große Pause bis zum 23./24. März bevor. Dann dürfen die Bindlacher Schachfreunde zum Saisonabschluss ins sächsische Aue reisen und gegen den Münchener SC 1836 sowie gegen den FC Bayern München antreten. Die zweite Mannschaft des TSV Bindlach-Aktionär gewann am Sonntag das Spitzenspiel der Bezirksoberliga mit 4,5-3,5 gegen den SC Waldsassen und verdrängte ebendiesen von der Tabellenspitze.



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