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2. Schachbundesliga   Siege gegen Garching und Nürnberg bringen die Aktionäre auf Rang 4
01.03.2018 von Klaus Steffan

von Jan Krensing

Am vergangenen Wochenende endete die Schachsaison in der 2. Bundesliga Ost. Genau wie im Vorjahr hatte sie sich mehr und mehr zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft entwickelt, an der Spitze thronten ESV Nickelhütte Aue, BCA Augsburg und der Erfurter SK, während die übrigen sieben Teams im Abstiegskampf steckten. Über die ganze Saison hinweg gaben die Mannschaften der „ersten Klasse“ lediglich zwei Unentschieden gegen das Verfolgerfeld ab. Die größten Hoffnungen auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga durften sich die Auer machen, da sie die beiden direkten Vergleiche gegen Augsburg und Erfurt jeweils mit 4,5-3,5 für sich entschieden hatten.

Zum abschließenden Doppelspieltag trafen sich die Auer zusammen mit ihren Verfolgern (SC Garching auf Platz 5, TSV Bindlach-Aktionär auf Platz 6 und SC Noris-Tarrasch Nürnberg auf Platz 7) im Nürnberger Stadtteil St. Johannis. Da die Bindlacher nur einen Mannschaftspunkt Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz aufwiesen, gab Mannschaftsführer Jan Krensing die Parole aus, dass zumindest ein Unentschieden erforderlich sei, um den Klassenerhalt höchstwahrscheinlich unter Dach und Fach zu bringen; zwei Mannschaftspunkte seien der garantierte Klassenerhalt. Denn bei zwei Niederlagen bestand die Gefahr, dass auch die achtplatzierten Forchheimer die Bindlacher überholen. Die Plätze 8 bis 10 sind nämlich gleichbedeutend mit dem Abstieg in die Oberliga.

Für den Samstag sah der Spielplan das Duell zwischen dem TSV Bindlach und dem Schachclub Garching 1980, der Mannschaft aus Münchens Norden, vor. Die Oberfranken bewahrten trotz angespannter Tabellensituation kühle Köpfe und gerieten nur in einer Partie in Verlustgefahr. Der Wettkampf startete mit einem zügigen Remis von Gerald Löw (Weiß, Brett 7), dem es nicht gelang, seinen Anzugsvorteil in etwas Zählbares umzumünzen. Petr Neuman (Weiß, Brett 3) und Jan Krensing (Schwarz, Brett 6) gewannen ihre Partien in überzeugender Manier, während Tadeas Kriebel (S, 2) in einem hochkomplizierten Spiel, das auch anders hätte ausgehen können, die Oberhand behielt. In den Partien von Petr Martin (W, 1), Gavin Wall (S, 4) und Thomas Pähtz (W, 5) wurden die Punkte geteilt, obschon sich die Bindlacher zwischenzeitlich Hoffnungen auf einen vollen Punkt machen durften. Zusammen mit der Niederlage von Jürgen Delitzsch (S, 8) ergab sich ein verdienter 5-3-Sieg, der zugleich alle Abstiegssorgen beendete.

Im zweiten Spiel des Wochenendes durfte sich der TSV Bindlach-Aktionär am Sonntag mit dem Schachclub Noris-Tarrasch 1873 aus Nürnberg messen. Obwohl nominell ein ausgeglichener Wettkampf zu erwarten war, entwickelte sich das Duell schnell in eindeutige Bahnen. Einer Niederlage von Martin Petr (S, 1) und einem Remis von Petr Neuman (S, 3) standen sechs Einzelsiege gegenüber, sodass die Bindlacher mit 6,5-1,5 triumphierten. Mit diesem Erfolg beendeten die Bindlacher ihre Saison auf einem guten vierten Platz. Für die Nürnberger war indes zittern angesagt, weil nur bei einer gleichzeitigen Niederlage des SC Forchheim der Klassenerhalt möglich wäre. Schlussendlich gelang die Überraschung, weil die Oberfranken gegen den Tabellenletzten aus Magdeburg mit 5-3 verloren. Somit stehen für die Bindlacher am Saisonende 10-8 Mannschaftpunkte (fünf Siege bei vier Niederlagen) zu Buche, womit sie im Sinne der Zwei-Klassen-Gesellschaft den klaren Sieg in der zweiten Klasse errangen. Nach der Sommerpause sieht der TSV Bindlach-Aktionär der neunzehnten aufeinanderfolgenden Saison in der 2. Bundesliga entgegen, die am 10. November beginnen wird.

Mit 17-1 Mannschaftspunkten errang der ESV Nickelhütte Aue die Meisterschaft der 2. Bundesliga Ost. Dieser Erfolg ist mit dem Anrecht verbunden, in der kommenden Saison in der 1. Bundesliga antreten zu dürfen. Ob von dem Aufstiegsrecht Gebrauch gemacht wird, steht in den Sternen. Denn in der Vorsaison verzichteten alle Aufstiegskandidaten auf den Startplatz in der 1. Bundesliga. Den Gang in die Drittklassigkeit treten SC Forchheim (6-12 Mannschaftspunkte), SG Aufbau Elbe Magdeburg (5-13 MP) und SC Erlangen (3-15 MP) an.

Das perfekte Bindlacher Wochenende wurde von der Landesliga-Reserve (4. Liga) komplettiert: Am Sonntag gewann der TSV Bindlach-Aktionär 2 mit 4,5-3,5 gegen die zweite Mannschaft des SC Forchheim, wodurch der Klassenerhalt wieder in greifbare Nähe gerückt ist.


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