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Spielberichte   Zweite teilt Punkte mit Kelheim
08.04.2017 von Joerg Heimerdinger

In der achten Runde der Landesliga Nord begrüßte die zweite Mannschaft des TSV Bindlach Aktionär die spielstarke erste Equipe des SK Kelheim. Für beide Mannschaften ging es um nicht viel, da lediglich bei sehr unwahrscheinlichen Konstellationen die Bindlacher noch in Abstiegssorgen geraten bzw. die Kelheimer noch um den Aufstieg hätten mitspielen können. So konnten alle ohne Druck aufspielen und es entstand ein erwartet spannender Wettkampf.
Nachdem die Eröffnungsphase vorüber war und die Partien im Mittelspiel mehr an Fahrt gewannen, zeichneten sich zunächst leichte Feldvorteile für die Gäste ab. Dennoch gingen zu diesem Zeitpunkt die Punkteteilungen von Jürgen Delitzsch (Brett 1), der mit Schwarz zu keiner Zeit in Bedrängnis geraten war, und Jarda Tiller (Brett 6), der die gegnerische Verteidigung nicht hatte knacken können, noch voll in Ordnung.
Im Anschluss setzten die Donaustädter jedoch die Bindlacher gehörig unter Druck und gingen mit einem Doppelschlag in Führung. Johannes Pfadenhauer (Brett 3) war mit den schwarzen Steinen in Bedrängnis geraten und fand in der Zeitnotphase nicht die Variante, welche die Stellung noch in Balance hätte halten können. Nicht besser erwischte es Iwan Rein (Brett 7), der den Druck von Routinier Eichenseer nur durch Materialverlust lindern konnte, was jedoch kurz nach der Zeitkontrolle ebenfalls zum vollen Zähler für die Gäste führte.
Auch das Remis von Arkadiy Urytskyy (Brett 5), der sein Springerendspiel bis zum letzten Zug ausspielte, war zwar leistungsgerecht, änderte aber nichts an der prekären Lage im Wettkampf, in dem die Bären nun mit 1,5-3,5 hinten lagen. Doch zum richtigen Zeitpunkt meldeten sich die Bindlacher zurück in den Wettkampf:
Kapitän Jörg Heimerdinger (Brett 4) war zunächst in schwieriges Fahrwasser geraten, konnte sich jedoch durch einen taktischen Gegenschlag befreien und materiellen Vorteil erlangen. Auch behielt er in der Zeitnotphase den Überblick was schließlich zum Anschlusstreffer für Bindlach führte. Die Bindlacher blieben weiter am Drücker, denn Valeri Dalinger (Brett 2) hatte sich am Ende der Zeitnotphase eine hervorragende Stellung erspielt, aus der sich der Kelheimer Kapitän nicht mehr befreien konnte und schließlich den Ausgleich zum 3,5-3,5 zulassen musste.
Nun schauten alle Augen gebannt auf die noch verbliebene Partie von Kevin Mühlbayer (Brett 8), der schon die gesamte Partie über Druck ausgeübt und schließlich einen Mehrbauern erobert hatte. Im komplizierten Schwerfigurenendspiel stand jedoch sein König etwas zu frei, was es Nachwuchstalent Schindler gestattete zwei Bauern zu gewinnen und dadurch seinerseits in materiellen Vorteil zu gehen. Zusätzliche Spannung entstand durch die Bedenkzeit, denn beide Spieler hatten ihre zusätzlichen 30 Minuten nach der Zeitkontrolle bereits aufgebraucht und lebten alleine von den 30 Sekunden pro Zug, die durch die Fischerzeitregelung gegeben werden. Schließlich setzte sich jedoch das berühmte Tartakowerzitat „Turmendspiele sind immer Remis!“ durch, denn Kevin besaß den aktiveren Turm, was den Minusbauern ausglich.
Somit endete der Wettkampf mit einem unter dem Strich leistungsgerechten 4-4 Unentschieden. In der Tabelle hat sich dadurch für beide Teams erwartungsgemäß nicht viel verändert. Kelheim liegt weiterhin in Lauerstellung hinter der Spitzengruppe. Zirndorf spielte nur Unentschieden und im Nürnberger Stadtderby behielt Noris Tarrasch 2 gegen SW Nürnberg die Oberhand, darf jedoch nicht aufsteigen, so dass ihnen die alleinige Tabellenführung nichts einbringt. Der Aufsteiger in die Oberliga wird daher am letzten Spieltag ermittelt, wenn der Tabellenzweite Zirndorf den Dritten aus Bamberg empfängt. Endet diese Begegnung Unentschieden, könnte sich der Sieger aus der Begegnung Kelheim gegen SW Nürnberg als der lachende Dritte erweisen.
Für die Bindlacher Bären geht es in der Schlussrunde als schon sicherer Tabellensechster am 30. April zum Tabellenschlusslicht Bad Kötzting, die sich jedoch mit einem Sieg noch Hoffnung auf den Klassenerhalt machen könnten. Die Voraussetzung für einen spannenden Wettkampf ist also gegeben.



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