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Spielberichte   Auf dem Treppchen in die Weihnachtspause
08.12.2014 von Joerg Heimerdinger

Die Vorzeichen hatten nicht gut ausgesehen: Vor der vierten Runde der Landesliga Nord musste die Bindlacher Reserve gleich vier Spieler ersetzen. Zwei halfen in der Ersten aus, einer hatte familiäre Verpflichtungen und einer wurde von der Grippe ans Bett gefesselt. So rückten gegenüber dem letzten Spieltag drei neue Spieler in die Aufstellung und fast alle mussten etwas weiter vorne spielen.
Als wäre das noch nicht genug, hatte auch noch Jarda seinen Anschlusszug in Kirchenlaibach verpasst, so dass Jörg ihn dort abholen musste, weshalb beide mit leichter Verspätung an die Bretter kamen.
Die Gäste aus Bad Kötzting mussten auch auf zwei Stammkräfte verzichten, liefen jedoch mit Spielern aus den ersten 10 der Liste auf. Im Schnitt waren die Gäste leicht favorisiert, hatten jedoch die weite Anreise in den Knochen.
So entwickelte sich ein spannender Kampf.

Die ersten Ergebnisse waren noch friedlich. Prof. Pesch (Brett 6), der seinen "Schachruhestand" unterbrochen hatte und in der Notlage kurzfristig eingesprungen war, bot aus der Position der Stärke Remis an, welches sein Gegner annahm. Auch Michael Herrmann (Brett 8) einigte sich mit seinem Gegner auf Unentschieden, nachdem im entstehenden Endspiel wenig Gewinnaussichten für beide Seiten bestanden.
An den übrigen Brettern wurden die Stellungen komplexer und der Wettkampf nahm Fahrt auf.

Schließlich brachten mit einem Doppelschlag die beiden Routiniers Jarda Tiller (Brett 7) und Arkadiy Urytskyy (Brett 2) die Bären in Führung. Jarda hatte mit einem positionell sauber vorgetragenen Angriff am Damenflügel den Druck immer weiter erhöht, bis schließlich entscheidenes Material heraussprang. Arkadiy hatte seinem Gegner Material abgeknöpft und den kurzen Gegenangriff souverän verteidigt, wonach folgerichtig der volle Punkt folgte.

Wenig später gab es die nächste gute Neuigkeit, denn Olga Birkholz (Brett 4) vermeldete ebenfalls einen vollen Punkt: Ihr Gegner hatte in sehr komplizierter aber objektiv wohl für ihn vorteilhafter Stellung die Bedenkzeit überschritten. Somit war der Kampf nicht mehr zu verlieren und die Bindlacher benötigten nur noch ein Remis für den Sieg. Die Lage in den verbliebenen Partien war jedoch keinesfalls klar.

So waren zunächst die Gäste dran mit Kontern. Jörg Heimerdinger (Brett 3) hatte zu spät eine taktische Lücke in seiner Zugfolge erkannt wonach er nur noch in ein verlorenes Endspiel mit zwei Minusbauern abwickeln konnte. Nach der Zeitkontrolle gab er seine Partie verloren.
Gespannt richteten sich die Augen auf die letzten zwei Partien.
Schließlich war es Altmeister Jürgen Delitzsch (Brett 1) vorbehalten den Bindlacher Sieg zu besiegeln. In einer spannenden Partie, in der beide Spieler ihre Siegchancen hatten, war er in der Zeitnotphase unter Druck geraten. Doch verteidigte er sich zäh und konnte zuguterletzt das Remis festhalten.
In der letzten Partie des Tages kämpfte Iwan Rein (Brett 5) im Turmendspiel noch eine Zeit lang weiter doch beide Spieler gaben sich keine Blöße mehr, so dass auch diese Partie folgerichtig mit einem Unentschieden endete.
So war der vor dem Spiel für kaum möglich gehaltene Endstand von 5-3 erreicht, wonach die Bindlacher hochzufrieden mit 6-2 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz hinter Noris Tarrasch Nürnberg 2 und dem SC Bamberg in die Weihnachtspause gehen.

Die Liga geht am 18. Januar weiter, wenn die Bindlacher beim Tabellenführer Nürnberg 2 ran müssen, wo ihnen erneut alles abverlangt werden wird.


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