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Bayerische Landesliga   Trotz Niederlage alles richtig gemacht
24.02.2017 von Joerg Heimerdinger

In der 6. Runde der Langesliga Nord empfing die zweite Mannschaft der Bindlacher Bären die spielstarke Mannschaft aus Nürnberg Süd. Da man nur stark ersatzgeschwächt an den Start gehen konnte, malten sich die im Schnitt um über 150 DWZ-Punkte schwächer eingestuften Bindlacher geringe Chancen aus und konnten daher unbeschwert aufspielen. So konnte sich ein sehr spannender Wettkampf entwickeln.
Nachdem die Eröffnungsphase vorüber war sah es zunächst nach einer klaren Sache für die Gäste aus, denn an den letzten drei Brettern waren sie im materiellen Vorteil – genaueres Hinsehen ergab jedoch, dass die Sache am siebten Brett alles andere als klar war, denn dort hatte Marcus Hassa in seinem Landesligadebüt bewusst eine Figur für zwei Bauern und Königsangriff geopfert. Er und Nachwuchstalent Melina Siegl präsentierten einen sehenswerten Tanz auf der Rasierklinge mit unklarem Ende.
Schließlich musste Simon Grömer (Brett 8), der ebenfalls sein Debüt in der Zweiten geben durfte, die Waffen strecken, nachdem sein Gegner durch eine Kombination im Mittelspiel zwei Bauern gewonnen hatte. Trotzdem ein guter Einstand von Simon, der mit gebrochenem Fuß spielen musste.
Überraschend kam kurze Zeit später die Remismeldung von Michael Herrmann (Brett 6), der eigentlich mit einem Minusbauern auf der Verliererstraße war, doch übersah sein Gegner, dass mit seinem letzten Zug die Stellung zum dritten Mal entstanden war, was nach den Regeln Remis bedeutet. Es kam sogar noch besser, denn Valeri Dalinger (Brett 1) profitierte von einem Überseher Fischers und brachte seinen Materialvorteil sicher ins Ziel zum zwischenzeitlichen Ausgleich.
Auch Iwan Rein (Brett 5) konnte durch sein Remis durch Zugwiederholung in der Zeitnotphase den Kampf weiter offen halten. Etwas glücklich aus Bindlacher Sicht war auch das Remis im Duell der Kapitäne Jörg Heimerdinger und Gerhard Reis (Brett 2). Nachdem Jörg zunächst eine aussichtsreiche Position erreicht hatte, gab er durch zu zaghaftes Spiel den Vorteil wieder aus der Hand und war nach der Zeitnotphase in ein eigentlich verlorenes Turmendspiel geraten. In letzter Sekunde profitierte er von einer Unachtsamkeit des Gegners und konnte sich durch ein Zwischenschach in die Punkteteilung retten.
Immer noch stand der Kampf unentschieden und auch das Remis von Jarda Tiller (Brett 4), der eine Festung mit Turm und Läufer gegen Dame aufbauen konnte, änderte nichts an der Ausgangslage. Weniger klar war die Sache am dritten Brett, wo Arkadiy Urytskyy versuchte seinen minimalen Vorteil im Turmendspiel in einen vollen Punkt umzumünzen. Doch schließlich hielt die Verteidigung des Gegners stand und auch diese Begegnung endete Unentschieden.
Inzwischen hatte sich jedoch an Brett 7 die Lage geklärt. Melina hatte ihre Stellung konsolidieren können, so dass Marcus mit der Figur weniger nun in die Defensive gedrängt wurde. Zwar besaß er weit vorgerückte Freibauern, doch sein König geriet nun ins Kreuzfeuer von zwei Türmen, Springer und Läufer. Aus dem Mattnetz gab es kein Entrinnen mehr und das bedeutete den knappen aber verdienten 4,5-3,5 Endstand für die Gäste.
Die Frage, ob es mit einer anderen Aufstellung zu mehr gereicht hätte ist müßig, denn im Nachhinein haben die Bindlacher alles richtig gemacht: Die so etwas stärker belassene Dritte holte im parallel stattfindenden Heimspiel gegen Tabellenführer Nordhalben ein sensationelles 4-4.
In der Landesliga rutschen die Bindlacher nun nach hinten auf den geteilten 5. Platz, allerdings ist das Spitzenquartett aus Zirndorf, den beiden Nürnberger Teams und Bamberg nur 1 Mannschaftspunkt in Front. Wieder einmal ist die Landesliga komplett offen.
Am 19. März geht es nach Nürnberg zu Noris Tarrasch II, wenn es darum gehen wird, ob man weiter vorne mitspielen kann oder doch nach hinten schauen muss.


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