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2. Schachbundesliga   Bindlacher Aktionäre mit Teilerfolg in Bad Mergentheim...
23.02.2017 von Klaus Steffan

Mit 4-6 Mannschaftspunkten und Tabellenplatz 6 standen dem TSV Bindlach-Aktionär am vergangenen Wochenende zwei richtungsweisende Spiele in der 2. Schach-Bundesliga bevor. Denn zwei Niederlagen hätten die Bindlacher tief in den Abstiegsstrudel ziehen können, zwei Siege hingegen hätten sie von einer Platzierung unter den TOP-3 träumen lassen. Der Doppelspieltag fand in Bad Mergentheim, 40 km südlich von Würzburg, statt. Obwohl Bad Mergentheim historisch gesehen zu Württemberg zählt, gehören die Schachfreunde „Anderssen“ Bad Mergentheim zum Badischen Schachverband, nicht zum Schachverband Württemberg. Der Vereinsname ist eine Hommage an Adolf Anderssen, einen der stärksten Schachspieler des 19. Jahrhunderts.

Für den Samstag sah der Spielplan das Duell zwischen dem TSV Bindlach und den gastgebenden Schachfreunden Bad Mergentheim vor. Die Heimmannschaft befand sich in einer prekären Situation, da sie im bisherigen Saisonverlauf mehrere Spiele sehr knapp verloren hatten. Somit war es nicht verwunderlich, dass die Bad Mergentheimer in Bestbesetzung antraten. Der Mannschaftskampf begann mit einem Kurzremis von Pavel Cech (Weiß, Brett 3). An den hinteren drei Brettern verliefen die Partien ebenfalls in ruhigen Bahnen. Felix Stips (Schwarz, Brett 6) gab sein Comeback, nachdem er das vergangene Jahr in Südafrika verbracht hatte. Er erzielte ein solides Unentschieden. Die beiden Bayreuther Lokalmatadoren, Gerald Löw (W, 7) und Jürgen Delitzsch (S, 8), blicken auf sehr unterschiedliche Verläufe zurück: Während Löw von Beginn an in der Offensive war, musste sich Delitzsch größtenteils auf die Verteidigung beschränken. Schlussendlich endeten jedoch beide Partien mit einer Teilung des Punktes. Noch vor der Zeitnotphase gab es die erste Entscheidung. Mannschaftskapitän, Jan Krensing (W, 5), bezwang Fy Rakotomaharo, den besten Schachspieler Madagaskars. Kurze Zeit später verlor Gavin Wall (S, 4), so dass die Entscheidung an den Spitzenbrettern fallen musste. Petr Neuman (S, 2) lieferte sich ein atemberaubendes Duell mit Aleksandr Karpatschev, in dem der Russe mit großem Risiko spielte und zuerst eine Qualität und später noch eine Leichtfigur opferte. Doch auch während der Zeitnotphase behielt Neuman die Übersicht und brachte mit einem sehenswerten Damenopfer den Sieg unter Dach und Fach. Beim Stand von 4-3 hätte den Bindlachern ein Remis von Martin Petr (W, 1) genügt, um den Mannschaftssieg zu erringen. Doch Petrs Position war sehr vorteilhaft und er versuchte, mit geringem Risiko den Vorteil in einen Gewinn umzumünzen. Nach fünf Stunden Spielzeit musste Petr jedoch einsehen, dass ein Sieg außer Reichweite war. Sein Remisangebot besiegelte den wichtigen 4,5-3,5-Erfolg für den TSV Bindlach-Aktionär.

Im zweiten Spiel des Wochenendes musste sich der TSV Bindlach-Aktionär am Sonntag BCA Augsburg stellen, die in der Vorsaison noch als Schachklub Göggingen antraten. Mit fünf Großmeistern und drei Internationalen Meistern machten die Augsburger deutlich, dass sie unbedingt ihre Spitzenposition im Aufstiegsrennen verteidigen möchten. Bereits nach zwei Stunden Spieldauer deutete sich eine Bindlacher Niederlage an. Am Ende konnten lediglich Cech, Wall und Krensing Zählbares mitnehmen. Während Krensing und Cech in ihren Partien jeweils einen halben Punkt erzielten, konnte Wall einen Sieg davontragen. Im Parallelspiel bezwang ESV Nickelhütte Aue die Schachfreunde Bad Mergentheim mit 4,5-3,5, am Samstag trennten sich Augsburg und Aue im Liga-Spitzenspiel unentschieden.

Damit konnte die Bindlacher das Abstiegsgespenst nicht gänzlich verscheuchen. Aus den verbleibenden zwei Mannschaftskämpfen dürfte ein Unentschieden genügen, um den Klassenerhalt zu sichern. Am 18./19. März 2017 fahren die Bindlacher nach Erlangen, um sich in einem doppelten Franken-Derby mit den Teams aus Erlangen und Forchheim zu messen. Erlangen (als Viertplatzierter) und Forchheim (als Fünftplatzierter) stehen in der Tabelle direkt vor dem TSV Bindlach-Aktionär, was zum Saisonabschluss zwei hart umkämpfte Duelle erwarten lässt.


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